#033 Die Cholera in Hamburg
Shownotes
In dieser Folge:
Hamburg, Sommer 1892.
Eine Stadt am Wasser. Ein Hafen voller Leben. Und plötzlich breitet sich eine furchtbare und tödliche Krankheit aus.
Während die Seuche wütet, sieht sich die Politik mit den Folgen einer fatalen Fehlentscheidung konfrontiert.
Doch statt entschlossen zu handeln, verleugnet die Stadtverwaltung – und zögert.
In diesem Sommer sterben über 8.000 Menschen.
Mein Buch "Das ist nicht mein Kind":
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🔎Quellen:
- Robert Koch: Der Mitbegründer der Mikrobiologie
- Robert Koch
- Cholera in Hamburg
- Robert Koch - Ein Leben im Reich der Mikroben
- Die Cholera-Pandemie des 19. Jhd. – Herausforderung, Reaktionen, Strategien
- Tod in Hamburg. Stadt, Gesellschaft und Politik in den Cholera-Jahren 1830 - 1910 von Richard J. Evans
- Die Cholera in Hamburg
- Hamburger Zeitreise: Tödliche Ignoranz
- Wie es zu der Seuche kam-Stern
- Die Cholera in Hamburg 1892
- Richard J. Evans – Tod in Hamburg
- Berichte über die Tätigkeit der zur Erforschung der Cholera im Jahre 1883 nach Ägypten und Indien entsandten Kommission
🎵Musik:
- Diamond von Grand_Project
- Ambient Piano Logo von moodmode
- Sad Music von The Mountain
- Classical Violin Strings Music von Tatamusic
- Travel through Egypt von TheMainAttractionMusic
- India Indien Hindi Cinematic Music von Tunetank
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Transkript anzeigen
00:00:01: Bevor wir mit der heutigen Folge anfangen, möchte ich mich für die vielen Rückmeldungen zur Folge über das Schicksal der Verschickungskinder bedanken.
00:00:10: Eine Hörerin schrieb mir vor kurzem sehr bewegend von ihren Erfahrungen als Tochter eines Verschckungskindes.
00:00:17: Sie fragte mich wie sich die Traumataar der Mütter auf die Bindung, die Erziehung und das Aufwachsen der zweiten Generation auswirken?
00:00:27: Und wie schwer dieser Lastteils bis heute wiegt!
00:00:30: Ich bin keine Psychologin, aber wenn wir über die Folgen dieser Heimaufenthalte sprechen ist klar – Die Verletzung enden nicht bei den betroffenen Kindern von damals.
00:00:42: Es ist inzwischen erwiesen, dass durch großen Stress oder Traumatae die Lesbarkeit des Erbguts insofern verändert werden kann, das bestimmte Gene eher ein- oder abgeschaltet werden.
00:00:56: Das ist ein rein biochemischer Vorgang und kann Einfluss auf die Stressregulation der nachfolgenden Generation haben.
00:01:06: Dies geschieht ganz unabhängig vom konkreten, mütterlichen oder väterlichen Verhalten im Alltag.
00:01:13: Die gute Nachricht dabei ist, dass solche epigenetische Veränderungen reversibel sein können – zum Beispiel durch eine Psychotherapie!
00:01:23: Neben diesen biologischen Faktoren spielt natürlich auch das prägende Verhalten im Elternhaus eine entscheidende Rolle.
00:01:31: Das kann sich in einer emotionalen Distanz, einem erhöhten Kontrollbedürfnis oder auch in einer starken Überbehütung der eigenen Kinder zeigen.
00:01:41: Auch eine erhöhte Reizbarkeit durch mangelnde Stressregulation der Eltern ist möglich!
00:01:47: Manchmal kommt es sogar zu einer Umkehrung der Rollenverteilung, der sogenannten Paarrentifizierung bei der das Kind spürt wie brüchig die Gefühlswelt des Elternteils ist und unbewusst die Rolle des Trösters übernimmt.
00:02:03: Und schließlich ist da das Schweigen eine Sprachlosigkeit, die sich die Kinder nicht erklären können dass sie die Schuld für das gestörte Beziehungsgeflecht bei sich selbst suchen.
00:02:18: Doch auch für all diese zwischenmenschlichen Prägungen gilt, Sie sind nicht in Stein gemeißelt und können aufgearbeitet werden!
00:02:28: Das soll natürlich nicht die Last auf die Schultern der nächsten Generation legen – aber wir können nur das ändern, auf das wir Einfluss
00:02:37: haben.".
00:02:38: Das nochmal ein Rückblick auf die Verschickungskinder.
00:02:43: Und nun öffnen wir eine neue Geschichte der Medizin.
00:03:17: Der Raum ist stickig, die Luft schwer von feuchtem Holz, Kohlenrauch und dem Atem der anderen.
00:03:25: Seine Frau murmelt im Halbschlaf etwas Unverständliches.
00:03:29: Wir befinden uns dieses Mal nicht irgendwo in der Welt sondern ganz nahe – in Hamburg, und unerbittlich.
00:03:49: Er tastet sich durch den schmalen Flur zum Abort im Hof, die schwülle Luft legt sich wie ein klebriger Film auf seine Haut – irgendwo klatscht Wasser gegen eine Bordwand.
00:04:02: Ein Schiff entlädt im Morgengrauen seine Fracht.
00:04:05: Der Hafen schläft nie ganz.
00:04:08: Als er zurückkommt fühlt er sich nicht besser.
00:04:12: Im Gegenteil Sein Mund ist trocken.
00:04:16: Er greift zum Wasserkrog.
00:04:18: Doch schon nach einem Schluck rennt er wieder nach draußen und noch einmal, dieses Mal eher torkelnd!
00:04:26: Wie kann es sein, dass ein Körper so viel von sich geben kann?
00:04:31: Oben-und Unten.
00:04:34: Er kann nicht zur Arbeit gehen – gegen Mittag liegt er auf dem Strohsack die Decke halbübersicht gezogen, obwohl es August ist.
00:04:43: Seine Hände sind kühl.
00:04:45: Seine Frau legt ihm ein nasses Tuch auf die Stirn.
00:04:49: Er hört die Geräusche des Hauses, Schritte im Gang eine Tür das Rufen eines Kindes.
00:04:56: Alles wirkt fern, gedämpft als Läge Watte zwischen ihm und der Welt.
00:05:03: Nachmittags schafft er es nicht mehr zum Abtritt.
00:05:07: Er schämt sich weil seine Kinder ihn so sehen und seine Frau hinter ihm den Boden wischen muss.
00:05:15: Am Abend zittert er.
00:05:16: Seine Wagen krampfen, die Finger krümmen sich unwillkürlich.
00:05:21: Er versucht zu sprechen – aber die Worte bleiben trocken im Hals hängen.
00:05:26: Er denkt es sei nur ein Magenlein!
00:05:29: Verdorbenes Essen vielleicht?
00:05:31: Etwas das berüber geht.
00:05:34: Draußen fährt ein Karren über das Kopfsteinpflaster.
00:05:37: Irgendwo ruft jemand nach einem Arzt.
00:05:40: Er hört das leise Weinen seiner Frau, dass aus der Küche zu ihm herüber weht.
00:05:46: Saarling schließt die Augen – er hat keine Ahnung, daß sein Name bald in Listen stehen wird!
00:05:53: Dass er der Anfang von etwas ist, das sich durch Straßen und Viertel fressen wird.
00:06:00: Für ihn ist es nur ein Tag, der aus dem Ruder läuft.
00:06:04: Ein Tag an dem der Körper plötzlich nicht mehr gehorcht.
00:06:08: Aber jetzt beugt sich ein Arzt über ihn.
00:06:11: Der wird ihm helfen, denkt er noch als er sich wieder übergeben muss.
00:06:17: aber da ist es schon längst zu spät.
00:06:35: Willkommen zur Geschichten der Medizin dem Podcast über medizinische Schicksale historische Wendepunkte und spektakuläre Fälle.
00:06:48: ich bin Kerstin Ärztin und Erzählerin.
00:06:54: Lasst uns gemeinsam auf eine Reise gehen.
00:06:57: Durch Seuchen, Entdeckungen und dramatische Diagnosen Mal weltbewegend mal ganz persönlich Immer medizinisch immer spannend.
00:07:15: Die Kohlera in Hamburg Der Hamburger Hafenarbeiter war höchstwahrscheinlich der erste Patient Aber ganz so genau weiß es natürlich niemand.
00:07:33: Und wie er genau ablief.
00:07:35: dieser Eine Krankheitstag – das weiß ich auch nicht.
00:07:40: Aber sicher ist, dass Saarling am fünftzehnten oder sechzehntenten August, achtzehnhundertzweiundneunzig an heftigen Brechtdurchfällen verstarb und genauso steht es auch in seiner Sterbeurkunde.
00:07:55: Saarlin arbeitete als Kanalisationsarbeiter.
00:07:59: Er reinigte Seele!
00:08:01: Und er soll nicht der einzige Hamburger mit diesen Symptomen bleiben….
00:08:05: In den nächsten Stunden und Tagen häufen sich in den östlichen Stadtteilen Hamburgs, so in Rotenburgs Ort und Hammerbrug schwere Durchfallerkrankungen mit raschem Verlauf.
00:08:19: Am schlimmsten betroffen sind allerdings die sogenannten Gängeviertel – dicht bebaute armen Quartiere mit schmalen engen Durchgängen zwischen den Häusern.
00:08:30: Dort herrschen schlechte bis katastrophale hygienische Verhältnisse Und hier, wo so viele junge Menschen auf engem Raum wohnen, mehren sich die Erkrankungsfälle.
00:08:43: Es sind zwölfmal so viele wie in den Stadtteilen der Vermögen.
00:08:48: Die Gesundheitsbehörden reagieren erst einmal nicht!
00:08:52: Keimkulturen bleiben unbearbeitet im Labor stehen bevor sich ein aus dem Urlaub zurückgekehrter Bakteriologe darum kümmert.
00:09:03: und zwar rapide.
00:09:05: Die Zeitungen berichten nun offen von einer schweren Epidemie, zunächst unter vorgehaltener Hand dann immer lauter wird ein Wort ausgesprochen.
00:09:16: Kohlera Erste Schulen schließen Veranstaltungen werden abgesagt Und der Hamburger Senat tut ... nichts!
00:09:26: Offiziell handele es sich um eine Magendaminfektion wie sie ständig vorkomme lässt er verlauten.
00:09:34: Währenddessen sterben immer mehr Menschen.
00:09:37: Am zwanzigsten August sind es schon etwa vierhundert Erkrankte und mehr als hundert Todesfälle täglich, der Hamburger Senat und die Bürgerschaft ignorieren dabei noch weitestgehend den Ernst der Lage – sie setzen auf eine Verzögerungstaktik wohl in der Hoffnung dass sich die Epidemie aussitzen
00:09:59: lässt.".
00:10:00: Selbst große Teile der Hamburger Ärzteschaft reden weiterhin von cholererartigen Beschwerden und normalem Brechdurchfall.
00:10:10: Und das, als sich die Krankenhäuser füllen und die Leichenwagen durch die Straßen rumpeln – ganz zu schweigen von den Behörden-und Hamburgs Regierung!
00:10:21: Sie wissen das in dem Moment, indem sie das Wort Cholera
00:10:25: aussprechen.".
00:10:27: Quarantäne und Isolierung durchgeführt werden muss, mit erheblichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Handel.
00:10:35: Also schließen Sie die Augen – und schweigen!
00:10:39: Bevor wir jetzt mit den Ereignissen in Hamburg fortfahren ist es mal wieder Zeit für eine Diagnose-Info.
00:10:47: Was ist Kohlera eigentlich?
00:10:50: Und wie verläuft sie?
00:10:53: Man kann es nicht anders beschreiben… ist eine furchtbare Krankheit.
00:10:59: Genauso wie bei dem Hafenarbeiter Saling beginnt sie mit Bauchkämpfen, Erbrechen und reißwasserähnlichen Durchfällen.
00:11:09: Dabei verlieren die Patienten anfangs bis zu ein Viertel oder bis zu zwanzig Liter Körperflüssigkeit – und verlassen wir mal die Abstraktion und versuchen uns das praktisch vorzustellen!
00:11:26: was für ein Gestank, was für einen Dreck und vor allem –was für ein unbeschreibliches Leid.
00:11:36: Es folgen Kreislaufzusammenbruch-und Nierenversagen.
00:11:40: Bei der Hälfte der Kohlererkranken tritt der grauenhafte Tod oft innerhalb von zwei Tagen spätestens nach einer Woche ein.
00:11:50: Das ist alles andere als ein würdevoller Abschied von dieser Welt!
00:11:55: Wegen der Blauverfarbung der Haut wurde Cholera auch der blaue Tod genannt, in Anlehnung an den schwarzen Tod der Pest.
00:12:06: Natürlich standen die Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts dieser Seuche nicht vollkommen hilflos gegenüber – nur sehen wir uns die Therapieform mal genauer an!
00:12:19: Man wollte die krankmachenden Dämpfe Stoffe oder Erreger ausleiten Also setzte man Brechmittel und Listiere, also Einläufe ein.
00:12:30: Stellt euch das mal vor!
00:12:32: Da liegt ein Mensch – sehr wahrscheinlich in seinen eigenen Exkrementen – ohnehin schon von Erbrechen- und Durchfall geplagt auf einem verschmutzten Krankenlager?
00:12:44: Und dann versucht man den Teufel mit dem Belzelbub auszutreiben….
00:12:50: Das war natürlich vollkommen kontraproduktiv … und hat den Krankheitsverlauf verschlimmert.
00:12:56: Ebenso wie Aderlässe, Abführmittel wie Quecksilber oder heiße Bäder die zusätzlich den eh schon massiv geschwächten Kreislauf belasteten.
00:13:08: Lediglich Opium ging nicht vollkommen in die falsche Richtung.
00:13:13: Neben dem schmerzlindernden Effekt hemmt es nämlich die Darmotilität – also die Bewegung des Dames.
00:13:22: Die Sterblichkeit betrug ca.
00:13:25: ohne und trotz Therapie.
00:13:30: Aber gab es denn damals wirklich überhaupt keine Möglichkeit, die Kohlerer zu bekämpfen?
00:13:37: Die Antwort ist so einfach wie verstörend!
00:13:42: Ja wir müssen unseren Blick nur ein paar Kilometer weiter Richtung Westen richten nach Altona.
00:13:50: In Altonaa war die Inzidenz Den Begriff kann ich glaube, seit Corona hier verwenden ohne ihn erklären zu müssen.
00:13:57: Also in Altona war die Inzidenz viel niedriger als in Hamburg.
00:14:03: Aber wie kam es dazu?
00:14:06: Bevor ich das erkläre lasst uns diese Krankheit und auch die Hamburger Verhältnisse nochmal ganz von vorne aufrollen!
00:14:16: Bis Ende der Achtzehntzwanzigerjahre Erst eighteenhundertdreißig reiste die asiatische Cholera, wie sie damals genannt wurde durch den Kolonialismus von Indien nach Nordeuropa.
00:14:34: Also damit will ich natürlich nicht sagen dass Indie-NordEuropa kolonialisiert hat sondern ihr wisst schon was ich meine!
00:14:42: Die Briten haben natürlich indienkolonialisiert aber es gab auch Reisen zurück und genau diese Hin- und Her-Reiserei verursachte gleich eine ganze Pandemie.
00:14:56: Die zweite große Cholera-Pandemie gefördert auch durch die Verdichtung der Städte mit Entwicklung von Armen bzw.
00:15:04: Elendsvierteln und die Verbesserung der Infrastruktur bei Bahn- und Schiffsreisen mit erhöhter Mobilität.
00:15:13: Seitdem galt die Cholara im neunzehnten Jahrhundert als das massivste epidemiologische Problem in Europa Nicht das tödlichste.
00:15:23: Das war die TBC!
00:15:26: Und eines sollten wir uns noch merken, Die Kulara ist vor allem eine Erkrankung der Sommerzeit und auch damals gab es schon Verschwörungstheorien allerdings auf dem Boden eines viel geringeren Bildungsgrades als heute.
00:15:45: so glaubten zu dieser Zeit Teile der ärmeren Klassen in Preußen dass die Kulera gar nicht existiere.
00:15:52: Es sei vielmehr so, dass korrupte Ärzte im Auftrag der Reichen die Armen vergifteten um sie zu dezimieren und damit Kontrolle und Macht aufrechtzuerhalten.
00:16:06: Aber man unterstellte den Ärzten auch eigensichtige Motive nämlich um an mehr Leichen für die Anatomie zu gelangen.
00:16:15: Das ging sogar soweit das Ärzter Krankenhäuser und Krankentransporte angegriffen wurden.
00:16:23: Jenseits von Verschwörungstheorien glaubten damals auch viele an die vorhin schon erwähnte miasmenlehre, also dass die Krankheit oder krankmachende Stoffe mit Ausdünstungen oder Gestank aus dem Boden aufsteigen.
00:16:42: Seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ging man zunehmend von einer ansteckenden Krankheit durch zum Beispiel direkten Kontakt oder auch verschmutzte Kleidung- oder Bettwäsche.
00:16:56: Aus dem Streit zwischen miasmatikern und kontagionisten ergaben sich unterschiedliche Maßnahmen, die Miasmatika postulierten das Grundwasser sauber zu halten damit keine krank machenden Dämpfe aufsteigen können.
00:17:13: Die Kontaktionisten waren dagegen für staatliche Maßnahmen wie Isolation und Quarantäne, Desinfektionen der Wohnungen sowie das Abkochen von Trinkwasser.
00:17:25: Jenseits dieser unterschiedlichen Auffassung setzte sich jedoch Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die Vorstellung durch dass die hygienischen Verhältnisse auf die eine oder andere Weise in der Beengtheit von Städten verantwortlich waren.
00:17:46: Trinkwasser spielte dabei eher keine Rolle, zu dieser Zeit gab es einen verhängnisvollen Kreislauf aus Fäkalien Entsorgung und Trinkwater Versorgung.
00:18:01: Senkgruben unter sogenannten Abtritten – also den früheren WC's ließen die Flüssigkeiten durch den Boden ins Grundwasser durchsickern wo sie die zu nahe gebauten Trinkwasserbrunnen kontaminierten.
00:18:16: Bei Flüssen war der Weg noch direkter, Sie dienten gleichermaßen der Fekalien-Entsorgung als auch der Trinkwassernennahme.
00:18:26: Daher wurden nach und nach in vielen Städten sowohl Badezimmer-, Toiletten- als auch geschlossene Abwassersysteme errichtet.
00:18:36: Wohnungen und Straßen sollten frei von Fekaliens sein!
00:18:40: Gleichzeitig pflasterte und asphaltierte man die Straßen, um die Städte sozusagen trocken zu legen.
00:18:48: Und den Miastmin-Austritt aus den Böden zu verhindern – und sorgte für sauberes Frischwasser!
00:18:55: So auch in Hamburg das Ab-Achzehnhundertzweiundvierzig ein moderneres Wasserversorgungs- und Kanalisationssystem erhielt.
00:19:05: Allerdings vor allem?
00:19:08: Weil man nach einem Großbrand die Löschwasserversorgung sicherstellen wollte.
00:19:14: Und das sollte Auswirkungen auf die große Choleraepidemie, eighteenhundertzweiundneinzig haben!
00:19:22: Reisen wir also wieder zurück nach Hamburg in den August, achtzehnhundert zweiundneintzig.
00:19:30: In diesem Sommer erkrankten fast siebzehntausend Menschen.
00:19:34: Achttausendsechshundertsechzehn verstarben.
00:19:39: Aber jetzt wollt ihr sicher endlich wissen, warum in Altona nur etwa fünfhundert Menschen erkranken – eine Zahl die auch relativ zur Einwohnerzahl.
00:19:50: Viel geringer war!
00:19:52: Und so hinterfragen wir jetzt mal die Ursachen der Epidemie.
00:20:06: Dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Kohleraepidemie anstieg.
00:20:11: Aber irgendwo mussten die Keime ja herkommen, und das es Keime waren – das wusste man auch damals schon!
00:20:19: Nur dass es viele nicht wahrhaben wollten….
00:20:22: Es gibt zwei Theorien.
00:20:24: Heute geht man davon aus, daß einige hundert Immigranten die Kohlerer von Russland nach Hamburg brachten.
00:20:33: Juden auf der Flucht vor Antisemitismus in Russland, die im Hamburger Hafen in Schiffsbarakken auf die Verschiffung nach Amerika warteten.
00:20:43: Die Erreger gelangten über die Abtritte, in das im Hochsommer sehr warme Hafenwasser der Elbe – aber auch in Frankreich waren Vorherfälle aufgetreten.
00:20:56: Möglicherweise kam es zu einer Einschleppung durch französische Seeleute!
00:21:03: Die Epidemiologie ist also nicht zweifelsfrei geklärt.
00:21:08: Aber im neunzehnten Jahrhundert kam die Cholera oft entlang der Handelswege aus dem Osten.
00:21:15: Gut, nun ahnen wir wer die Krankheit einschleppte – aber das erklärt ja immer noch nicht dass Altonaso wenige Patienten hatte!
00:21:26: Verfolgen wir doch mal die Verursacher.
00:21:30: Die Erreger lebten im Darm der Bemidleidenswerten Patienten.
00:21:35: Aber eigentlich waren die Städte in den Städten gut gerüstet.
00:21:40: Wir haben ja bereits erfahren, dass Hamburg schon fünfzig Jahre zuvor eine Trinkwasserversorgung und den Anfang einer Kanalisation bekommen hatte.
00:21:51: Also gelangten die voluminösen Durchfälle in Abwässer und diese wiederum flossen an der Grenze zu Altona in die Elbe.
00:22:02: Etwa vier Kilometer flussaufwärts wurde das Trinkwasser im Wasserwerk Rotenburgsort aus dem Fluss entnommen.
00:22:10: Das klingt ja schon mal gut, denn fluss aufwärz bedeutet ja dass das Wasser rückwärtes fließen müsste um dorthin zu gelangen.
00:22:19: Und genau das geschah.
00:22:23: Durch die außergewöhnliche Sommerhitze kam sehr wenig sauberes Wasser von der Oberelbe.
00:22:29: Dazu wurde durch westliche Winde das ablaufende Wasser festgehalten und bei einsetzender Flut zusätzlich weiter nach oben gedrückt.
00:22:41: So gelangte das verunreinigte Abwasser bis zur Entnamestelle für die Hamburger Trinkwasserversorgungsanlage.
00:22:50: Noch schlimmer traf es Altona!
00:22:53: Denn Altona entnahm sein Frischwasser sowieso flussabwärts der Abwassereinleitung, bekam also immer die volle Ladung ab – wenn man das mal so sagen darf.
00:23:05: Und damit wären wir schon mitten in Hamburgs Geopolitik und deren Auswirkungen auf die Infrastruktur.
00:23:14: Denn … war da nicht so eine Kleinigkeit?
00:23:19: Ging es beim Bau der Trinkwasserversorgung Nicht eigentlich um Löschwasser?
00:23:27: Nun ja, und Löschwasser muss natürlich nicht keimfrei sein.
00:23:33: Also baute man keinen Filter in die Infrastruktur der Trinkwasserversorgung ein – und rüstete auch kein nach!
00:23:43: Und das obwohl die meisten anderen Städte schon lange über sogenannte Sandfilter verfügten….
00:23:51: So gelangte das Elbwasser unzureichend gefiltert in die Frischwasserversorgung der Stadt.
00:23:58: Aber warum?
00:24:00: Ihr könnt es euch sicher denken, aus Kostengründen!
00:24:05: Eine Filteranlage war den Honorationen schlichtweg zu teuer – obwohl sie seit eighteenhundertsechzig immer wieder von Experten gefordert
00:24:15: wurde.".
00:24:17: Aber die Verantwortlichen des Hamburger Senats glaubten eh nicht an versäuchtes Trinkwasser als Ursache von Seuchen.
00:24:25: Und Altona?
00:24:28: Altonar gehörte nicht zu freien Hansestadt Hamburg, sondern war Teil der Provinz Schleswig-Holstein und hatte etwas was Hamburg nicht hatte.
00:24:42: Einen Sandfilter Ein Sandfilther wirkt auf den ersten Blick unspektakulär.
00:24:49: Keine Zahnräder, keine dampfenden Maschinen, kein Lärm!
00:24:54: Man sieht ein großes flaches Becken gefüllt mit Wasser.
00:25:00: Darunter liegt eine etwa einen Meter starke Sandschicht darunter wiederum Kies und Drainagerohre.
00:25:09: Das Flusswasser steht oben auf.
00:25:17: Stunden braucht es, um durch alle Schichten zu dringend.
00:25:22: Entscheidend ist dabei nicht allein das Zurückhalten von Schmutzpartikeln!
00:25:27: Auf der Oberfläche des Sandes bildet sich eine dünne dunkle Schicht – eine sogenannte Schmutzdecke.
00:25:35: In ihr leben Mikroorganismen die organische Stoffe abbauen und Bakterien an sich binden oder aufnehmen.
00:25:46: Krankheitserreger werden in dieser biologischen Schicht und im darunter liegenden Sand festgehalten.
00:25:54: Die Reinigung geschieht leise, langsam und ohne chemische Zusätze – aber erstaunlich effektiv!
00:26:04: Und Hamburg?
00:26:06: Für eine Großstadt wie Hamburg hätte ein solcher Schutz gewaltige Ausmaße gehabt.
00:26:12: Ein einzelnes Filterbecken konnte mehrere tausend Quadratmeter Fläche einnehmen, oft zwischen zweitausend und fünftausend Quadratmetern.
00:26:23: Um den täglichen Bedarf von rund sechshundert Tausend Einwohnern zu decken hätte man eine ganze Batterie solcher Becken benötigt – viele Hektar Gelände, mehrere parallele Anlagen einige im Betrieb andere zur Reinigung Denn regelmäßig musste die oberste Sandschicht abgeschabt werden.
00:26:46: Technisch war das machbar, andere Städte hatten es längst vorgemacht.
00:26:52: Aber warum verpasste Hamburg das?
00:26:55: Was andere Stäte wie zum Beispiel Bremen längst umgesetzt hatten!
00:27:00: Es konnte doch nicht nur an den Baukosten liegen – so war es auch
00:27:06: nicht.".
00:27:07: Es kam noch eine gewaltige Portion Arroganz und Ignoranz der Stadtverwaltung hinzu.
00:27:14: Hamburg war eine Stadtrepublik alter hanseatischer Prägung, das Klang modern war es aber nicht.
00:27:25: Regiert wurde die Stadt vom Senat.
00:27:28: Dieses Kremium bestand aus wenigen lebenslang amtierenden Senatoren.
00:27:34: Gewählt wurden sie nicht vom Volk sondern von bestehenden Gremien, also aus dem eigenen Kreis heraus.
00:27:43: Man nannte das Kooptation – wer einmal Sinator war blieb es in der Regel bis zum Tod oder Freiwilligen Rücktritt.
00:27:54: Die Sinatoren stammten fast ausschließlich aus wohlhabenden Kaufmanns- und Juristenfamilien.
00:28:02: Es war eine politische Elite mit wirtschaftlichem Hintergrund.
00:28:06: Handel, Kreditwürdigkeit, internationales Ansehen – das waren ihre Kategorien.
00:28:13: Seuchenpolitik gehörte nicht zu den klassischen Feldern hanseatischer Kompetenz.
00:28:21: Daneben existierte die Bürgerschaft ein Parlament aber mit stark eingeschränktem Wahlrecht.
00:28:29: Das Wahlrecht war an Besitz und Steuerleistung gebunden.
00:28:33: Arbeiter und große Teile der Bevölkerung hatten kaum politischen Einfluss.
00:28:40: Eine breite demokratische Kontrolle der Exekutive gab es nicht!
00:28:46: «Hunorationen» nannte man diese führenden Männer, weil sie gesellschaftlich angesehen waren – ehrenhaft, vermögend und etabliert.
00:28:59: Der Begriff klingt harmlos meint aber eine geschlossene Führungsschicht.
00:29:04: Politik war Sache der Angesehenen, nicht der Allgemeinheit.
00:29:10: Diese Struktur hatte Folgen.
00:29:13: Entscheidungen wurden in kleinen Kreisen getroffen.
00:29:17: Wichtige Positionen im Gesundheitswesen wurden mit Myasmaticern besetzt.
00:29:23: Externe Kritik drang schwer durch – man war es gewohnt selbst zu wissen was gut für die Stadt war!
00:29:31: Eingriffe von außen galten als affront.
00:29:35: Hamburg wurde also von alten, weißen und reichen Männern regiert, die weder auf die Wissenschaft hörten noch von Jahrzehntelangen Mythen abrücken wollten.
00:29:49: Als eighteenhundertzweiundneunzig die Kohlerer kamen, traf sie auf eine politische Ordnung, die teils noch an krankmachende Dämpfe aus dem Boden glaubte und die enorme Wichtigkeit von sauberem Trinkwasser negierte, und die wie immer mehr auf den Geldbeutel als auf die Gesundheit der Bevölkerung schaute.
00:30:12: Aber dazu später mehr!
00:30:15: Stattdessen war man davon überzeugt, dass die Cholera ein Problem der Armenviertel sei – nicht der zentralen Wasserversorgung.
00:30:25: Und selbst unter der Prämisse von sauberem Trinkwasser Argumentierte man, daß die Elbe ein großer fließender Strom sei.
00:30:34: Verdünnung die Gefahr reduziere und die Sedimentation im Wasserwerk ausreichend sei – soweit zur Ursachenverschleierung!
00:30:45: Aber warum wurde der Kohlereausbruch selbst so lange geleugnet?
00:30:52: Kehren wir zurück zu der Frage Quibono oder hier viel wichtiger?
00:31:00: Also wem schadet es?
00:31:04: Eine offizielle Anerkennung als cholera hätte einen immensen wirtschaftlichen Schaden für die Stadt Hamburg bedeutet.
00:31:13: Und zwar durch internationale Handelsbeschränkungen.
00:31:17: Stellt euch vor, ihr regiert eine Stadt mit über sechshunderttausend Einwohnern deren wirtschaftliche Existenz maßgeblich auf dem Handel und Hier vor allem dem Seehandelbrut.
00:31:33: Und dann wird von jetzt auf gleich, ohne jede Vorbereitung oder Vorwarnung der Hafen unter Garantäne gestellt.
00:31:42: Schiffe dürfen nicht mehr in See stechen und kein europäisches Schiff fährt den Hafen mir an!
00:31:49: Das wäre als ob man heute dauerhaft den Frankfurter Flughafen schließen würde – von jetzt schweren Brechdurchfällen oder choleraartigen Erkrankungen, bis sich die Cholera nicht mehr verleugnen ließ.
00:32:12: Und jetzt hat die Stadtverwaltung ein richtiges Problem.
00:32:17: Während der Zeit verstreicht fließen täglich Millionen von verseuchtem Wasser in die Hamburger Häuser und Wohnungen.
00:32:25: Die Wasserversorgung bleibt ungefiltert in Betrieb.
00:32:30: Hamburg versorgt die rund sixhunderttausend Einwohner über ein zentrales Leitungsnetz.
00:32:38: Dieses Netz ist auf das Elbwasser bei Rotenburgs Ort ausgelegt, es gibt keine parallele unabhängige Reservequelle – kein zweites Wasserwerk, das kurzfristig einspringen könnte!
00:32:53: Ein vollständiges Abstellen der Versorgung würde bedeuten kein Trinkwasser in den Haushalten, kein Wasser für Krankenhäuser, kein Löschwasser für die Feuerwehr, kein Betriebswasser für Gewerbe und Hafen.
00:33:09: Man kann eine Stadt dieser Größe nicht einfach trockenlegen!
00:33:13: Ein Sandfilter lässt sich nicht innerhalb weniger Tage errichten – er benötigt wie vorhin schon gesagt große Flächen, Bauzeit, Sand, Drenagen, Zufluss Ablaufsteuerung.
00:33:28: Selbst wenn man sofort entscheiden würde, Filter zu bauen würden Monate vergehen bevor sie betriebsbereit wären.
00:33:37: Das Problem liegt also nicht nur empfehlenden Willen sondern auch in der infrastrukturellen Trägheit einer Großstadt.
00:33:46: Ein Wasserwerk lässt sich nicht über Nacht austauschen.
00:33:50: Der Druck wächst Aber nicht nur der interne Druck Der Druck durch so viele Kranke und Sterbende, sondern auch der Druck von außen.
00:34:02: Denn inzwischen ist Berlin alarmiert – nicht von den Hamburger Behörden!
00:34:08: Oh nein!
00:34:09: Sondern von den Altona-Medizinern die schon am einundzwanzigsten Auguste die Krankheit offiziell als Kohlerabendant haben und am zweiundzwanzigsten August einen Stabsarzt per Bahn mit einer Bakterienkultur nach Berlin zu dem renommierten Bakteriologen Robert Koch geschickt haben.
00:34:29: Dieser bestätigt die Kohlerer Diagnose, aber es sind schon über fünfhundert Menschen gestorben als ein Tag später die Reichsregierung also das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin
00:34:44: eingreift.".
00:34:46: Das ist Heikel!
00:34:48: weil Hamburg ja ein Bundesstaat mit eigenen Befugnissen ist.
00:34:52: Genauso wie heutzutage, ist das Gesundheitswesen föderal aufgebaut – aber die Interessen des Kaiserreiches überwegen.
00:35:01: Sie entsenden den berühmten und anerkannten Bakteriologen Robert Koch nach Hamburg ausgestattet mit erheblichen Vollmachten.
00:35:13: Formal ist er Sachverständiger des Reiches.
00:35:17: Faktisch kann sich der Hamburger Senat seinem Urteil kaum entziehen.
00:35:23: Aber warum ausgerechnet Robert Koch?
00:35:26: Kennen wir diesen Bakteriologen nicht eigentlich von der Tuberkulose, der afrikanischen Schlafkrankheit und von Antrags – übrigens alles Krankheiten die schon in Folgen von Geschichten der Medizin behandelt wurden!
00:35:42: Wenn ihr also mehr darüber erfahren wollt, scrollt ein bisschen in der Folgenliste zurück.
00:35:49: Es sind die Folgen Blut auf feiner Spitze, der müde Kontinent und das ausgefallene Sterben.
00:35:59: Aber jetzt erst einmal zurück zu unserer aktuellen Folge!
00:36:04: Warum also Robert Koch?
00:36:08: Die Antwort ist einfach weil er auch für die Kohlerer als die Kurifee schlechthin gilt Besonders, seitdem er auf einer Reise nach Ägypten und Indien neun Jahre zuvor dem Kohlerer-Erreger auf die Spur gekommen ist.
00:36:28: Damals – also im Sommer eighteenhundertzweiundachtzig erreichen nämlich Nachrichten von einer Kohlererepidemie in Ägypte Europa.
00:36:38: Daher werden europäische Wissenschaftler entsandt Unter ihnen, der geheime Regierungsrat des Berliner Gesundheitsamtes Robert Koch.
00:36:49: Doch hinter der Fassade des renommierten Experten verbirgt sich ein kleines Problem.
00:36:57: Robert Koch verfügt über keine besondere wissenschaftliche Reputation in der Kohlererforschung und schon gar nicht über Erfahrungen mit Expeditionen in solchen Gebiete außerhalb Europas – er ist alles andere als ein Abenteurer.
00:37:14: Sein bisheriger Triumph über den Milzbrand und die Tuberkulose war das Ergebnis akribischer Laborarbeit in der Heimat.
00:37:24: Nun aber führt ihn sein Weg in die Hitze von Alexandria mitten hinein, in das Chaos einer Epidemie – und im Gepäck führt er Mikroskope, Nährböden und Versuchstiere mit sich!
00:37:39: Und wir können uns jetzt, hundertfünfzig Jahre später so ein genaues Bild von dieser Expedition machen weil Robert Koch selbst sehr ausführlich seinem Dienstherrn in Berlin berichtet hat und diese Berichte im Original vorliegen.
00:38:02: Im August, achtzehnhundertdreiundachtzig treten sie also die Reise an.
00:38:07: Die Mission ist politisch brisant, es geht um mehr als nur um wissenschaftliche Neugier.
00:38:14: Der Suez-Kanal – die Lebensader des Welthandels – ist bedroht!
00:38:20: Der Suezkanal fungiert im neunzehnten Jahrhundert wie ein Beschleuniger für Seuchen.
00:38:25: Während die Überfahrt um das Cup der guten Hoffnung oft länger dauert als die Inkubationszeit wodurch Kranke an Bord sterben oder gesunden, bevor sie Europa erreichen – verkürzt der Kanal die Reisezeit drastisch.
00:38:43: Die Sorge ist groß, dass infizierte Passagiere- oder Besatzungsmitglieder das Bakterium in Rekordzeit in die Mittelmeerhefen und von dort in das Herz Europas tragen
00:38:57: könnten.".
00:38:59: Andererseits drohen Quarantänebestimmungen für die Schiffe nach der Passage des Kanals.
00:39:05: Ein erhebliches, wirtschaftliches Risiko!
00:39:08: Es ist also ein Wettlauf gegen die Zeit – aber auch gegen die internationale Konkurrenz.
00:39:16: Zur gleichen Zeit entsendet Frankreich einen Team unter der Leitung von Louis Pasteur's Schülern nach Ägypten.
00:39:24: Für Koch und das Deutsche Kaiserreich steht die wissenschaftliche Vorherrschaft auf dem Spiel.
00:39:32: In der Heimat tobt derweil der vorhin hier schon beschriebene Kampf zwischen den Miasmatikern und den Kontaktionisten, und in genau diesem Spannungsfeld soll Robert Koch den Erreger der Kuhlerer in Ägypten identifizieren.
00:39:51: In Alexandria angekommen beginnt die eigentliche Arbeit unter widrigen Bedingungen.
00:39:58: Die ägyptischen Behörden zeigen sich alles andere als kooperativ und stellen weder geeignete Räumlichkeiten für die Wissenschaftler noch genügend kolare Opfer zur Verfügung.
00:40:12: Hier springt das griechische Hospital ein, unterstützt die Expedition tatkräftig – so kann Koch zwölf Opfer der Epidemie sezieren und er entdeckt bereits nach wenigen Wochen in und an den Darmwänden der Verstorbenen ein charakteristisches, kommerförmiges gebogenes Bakterium.
00:40:35: Doch die Natur macht ihn zunächst einen Strich durch die Rechnung!
00:40:40: Im November flaut die Epidemie ab, bevor er die notwendige Rheinkultur züchten kann – erst wenn es ihm gelänge, den Erreger zu isolieren, anzuzüchten und erfolgreich Tiere damit zu infizieren könne der Beweis erbracht werden, dass die gefundenen Bakterien für die Cholera verantwortlich sein.
00:41:03: Das ist in Ägypten bisher nicht gelungen und nun gehen dort die Fälle aus – und da kommt Indien ins Spiel!
00:41:19: Dort ist eine massive monsoonbedingte Choleroepidemie in Gange so das die Expedition um Robert Koch mit allem Equipment nach Calcutta weiterzieht.
00:41:31: eine logistische Herausforderung und vierwöchige Schiffsreise.
00:41:37: Dort angekommen finden sie im Sektionsgut dieselben Bakterien wie in Alexandria, und dieses Mal gelingt die Anzüchtung in Rheinkulturen.
00:41:49: Koch kann auch nachweisen dass diese kommerförmigen Bakterie ausschließlich im Darm Kohlera erkrankt davor kommen.
00:41:59: Wenn man jetzt allerdings denkt, dass Koch der Erste ist, der das Bakterium je zu sehen bekommen hat.
00:42:06: Dann ist es nicht ganz korrekt!
00:42:09: Der Florentiner Filippo Pacini kam nämlich schon im Jahr eighteenhundertfünfzig zu dem zweifelhaften Vergnügen – also dreißig Jahre früher.
00:42:21: Aber und das kennen wir ja schon?
00:42:25: Es interessierte niemanden….
00:42:27: Das Bakterium verdankt ihm immerhin seinen Namen.
00:42:31: Vibrio colare.
00:42:33: Vibrio wegen seiner vibrieren Bewegungen.
00:42:39: Richtig ist aber, dass erst Robert Koch nachweisen kann das genau dieses Bakterion für die Cholera verantwortlich ist.
00:42:49: und Koch kommt in Calcutta noch zu einer weiteren sehr wichtigen Erkenntnis Die Krankheitsfälle sind dort um das Dreifache zurückgegangen, seitdem dreizehn Jahre zuvor Trinkwasserleitungen und Kanalisationen eingeführt wurden.
00:43:07: Und nebenbei räumte auch noch die irrige Annahme der französischen Kollegen ab – die in Glutproben cholerainfizierter meinten den Erreger identifiziert zu haben!
00:43:19: Aber in Wirklichkeit nur auf die bekannter Maßen bei manchen Infektionskrankheiten vermehrt Blutplättchen starten.
00:43:29: Darüber hinaus findet er heraus, dass sich die Vibrionen besonders in feuchter Umgebung wohlfühlen – nach dreistündigem Trocknen und durch Säure dagegen absterben!
00:43:42: Die Reise bleibt auch für Robert Koch als Wissenschaftler nicht folgenlos.
00:43:57: Die Leitung des dortigen Instituts für Infektionskrankheiten, das spätere Robert Koch-Institut.
00:44:07: Und nun stellt euch die Gegensätze vor!
00:44:11: Auf der einen Seite ein international hochrenommierter Wissenschaftler, und auf der anderen Seite ein Haufen medizinisch vollkommen ungebildeter Honorationen, die pickiert den Nase rümpfen wenn ihn jemand die Lividen liest.
00:44:39: Springen wir also wieder neun Jahre vor nach Hamburg mitten in die laufende Epidemie.
00:44:46: Koch ist entsetzt als er sich die Gängeviertel ansieht.
00:44:52: Ungefähr zwanzig bis vierundzwanzigtausend Hafenarbeiter hatten einige Jahre zuvor ersatzlos ihre Wohnung verloren, um dem Bau der Speicherstadt zu weichen.
00:45:04: Um weiterhin in der Nähe des Hafens und somit des Arbeitsplatzes zu leben mussten sie in winzigen Hinterhöfen- und engen Gassen in der Neu- und Altstadt unterkommen – den vorhin schon kurz erwähnten Gängevierteln!
00:45:19: Die hygienischen Zustände sind katastrophal, so dringt kaum ein Lichtstrahl in die engen feuchten Hinterhöfe.
00:45:28: Von frischer Luft ganz zu schweigen!
00:45:31: Mehrere Familien teilen sich wenige Räume.
00:45:34: Ab Orte liegen dicht neben Wasserpumpen.
00:45:38: Abwässer versickern im Boden oder laufen offen durch die Höfe.
00:45:43: In manchen Häusern gibt es keine getrennten Trinkwasseranschlüsse sondern gemeinschaftliche Entnahmestellen.
00:45:51: Für einen Bakteriologen ist das ein Albtraum.
00:45:56: Wo viele Menschen dicht gedrängt leben, wo Fäkalien nicht sicher entsorgt werden, wo Wasser und Abwasser in unmittelbarer Nachbarschaft stehen – dort kann sich eine Darminfektion ungehindert ausbreiten!
00:46:13: Ich habe noch nie solche ungesunden Wohnungen Pesthöhlen und Brutstätten für jeden Ansteckungskheim angetroffen, wie in den sogenannten Gängevierteln die man mir gezeigt hat.
00:46:27: Am Hafen, an der Steinstraße, in der Spitalstraße oder an der Niedernstraße soll Koch entsetzt gesagt haben und hinzugefügt haben – ich vergesse dass ich Europa bin!
00:46:44: sieht sich dem Pieck der Krankheitswelle gegenüber, wissend, daß das ungefilderte Trinkwasser eine wesentliche Infektionsquelle darstellt und gleichzeitig hilflos wie ein zahnloser Tiger.
00:47:01: Denn auch er kann sich natürlich keine neue Trinkwassaranlage aus den Rippen schneiden – aber nun endlich!
00:47:10: Fast zehn Tage nach dem ersten Todesfall bekommt diese Epidemie auch von den politischen Würdenträgern den Namen, den sie verdient.
00:47:20: Kohlera!
00:47:22: Die Zeit der Leutnung und Hinhaltetaktik ist damit für die Honoration abgelaufen.
00:47:28: Allerdings gestalten sich die Verhandlungen mit den Repräsentanten der Stadt mühsam – und dauern einige Tage.
00:47:36: Aber dann werden Endlichmaßnahmen ergriffen.
00:47:40: Wasserwagen einer Brauerei versorgen besonders betroffene Stadtviertel mit unverseuchten Trinkwasser.
00:47:48: Die Stadt richtet sogenannte Desinfektionskolonnen ein, die durch die besonders Betroffenen Viertel
00:47:55: ziehen.".
00:47:56: Das Wort klingt militärisch und tatsächlich ist die Organisation straff!
00:48:03: Es handelt sich um mobile Einsatztrupps der Gesundheitsbehörde meist bestehend aus Sanitätsbeamten, städtischen Arbeitern und teilweise begleitet von Polizeikräften.
00:48:17: Jede Kolonne erhält eine Liste mit den Adressen der Erkrankten – dann ziehen sie von Haus zu Haus.
00:48:24: Ihre Aufgabe ist klar definiert!
00:48:28: Alles was mit Ausscheidungen in Berührung gekommen ist soll unschädlich gemacht
00:48:33: werden.".
00:48:34: Für Kalien werden mit Kalk- oder Kabulsäure behandelt.
00:48:38: Bettwäsche wird eingesammelt und ausgekocht, Strohsäcke, Matratzen oder stark verschmutzte Möbelstücke verbrennt mann.
00:48:46: Latrinen und Aborte werden desinfiziert.
00:48:50: In engen Arbeiterquartieren bedeutet das oft ein massiven Eingriff in die Privatsphäre.
00:48:58: Fremde Männer betreten Wohnungen nehmen Besitzstücke mit Zerstören Einrichtungsgegenstände.
00:49:06: In einer ohnehin verunsicherten Stadt erzeugt das nicht nur die erwünschte hygienische Wirkung, sondern auch soziale Spannung und die Behörden führen eine Meldepflicht ein.
00:49:20: Ärzte müssen für ihre Patienten rote Formulare ausfüllen – die sogenannten Kohlera-Zettel um sie den Behördent zu melden.
00:49:29: Die Zeitungen drucken täglich die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle.
00:49:34: An Litfastäulen werden Plakate mit Verhaltensregeln angeschlagen, sie weisen vor allem darauf hin Trinkwasser ab zu kochen – dafür werden auch extra Vorrichtungen auf den Straßen zur Verfügung gestellt.
00:49:48: Alle Schulen werden geschlossen Öffentliche Tanzveranstaltungen und andere Zusammenkünfte verboten.
00:49:57: Die Kapazitäten der Hamburger Krankenhäuser reichen bald nicht mehr aus.
00:50:24: provisorische Krankenstationen aus Holz, funktional, eng auf schnelle Isolation ausgelegt.
00:50:33: Doch diese Maßnahmen beruhigen die Stadt nicht – im Gegenteil!
00:50:37: Die Angst greift um sich.
00:50:40: Die Hamburger wollen keine kranken Barakken in der Nähe ihrer Wohnhäuser.
00:50:44: Zwar versichern die Zeitungen eine Ansteckung durch die Luft sei nach Ansicht aller Autoritäten ausgeschlossen Doch die Sorge vor solch einer Übertragung ist in der Bevölkerung weit verbreitet.
00:50:59: Die Miasmenlehre ist immer noch allgegenwärtig, auch wenn die bakteriologische Forschung längst andere Wege der Ansteckung entdeckt hat.
00:51:09: Aber die Epidemie – inzwischen erkrankt täglich bis zu tausend Menschen – hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Einwohner Hamburgs!
00:51:19: Andere Städte beginnen Reisende aus Hamburg zu kontrollieren.
00:51:23: Bahn- und Schifffahrtsverbindungen stehen unter Beobachtung, in Preußen wird über Quarantänemaßnahmen diskutiert – und internationale Handelspartner werden nervös!
00:51:37: Das hindert den Hamburger Senat aber nicht daran mit Nachdruck die im Hafen festsitzenden Auswanderer Richtung New York zu verschiffen ….
00:51:46: Mit offiziellem Gesundheitspass versteht sich.
00:51:50: Man will sich der Auswanderer entledigen, bevor man sie wegen Quarantänemaßnahmen nicht mehr los wird und für ihren wahrscheinlich Monate andauernden Zwangsaufenthalt in Hamburg aufkommen muss.
00:52:04: Die Schiffe laufen inmitten der laufenden Epidemie aus – schon in der Elbmündung treten die ersten Cholerafälle auf, die natürlich auch auf den Schiffen als normaler Magen-Darm-Infekt umgedeutet
00:52:18: werden.".
00:52:19: Selbstverständlich lassen die amerikanischen Behörden keinen einzigen Seemann oder Passagier von Bord und stellen alle unter Quarantäne.
00:52:30: Aber Hamburg hat es tatsächlich geschafft, alle bis auf wenige Auswanderer loszuwerden – aber es stellen sich natürlich dennoch wirtschaftliche Folgen ein!
00:52:43: Die Quarantänemaßnahmen des Hafens führen zu einem Einbruch der Hafenwirtschaft mit nachfolgender Massenarbeitslosigkeit.
00:52:51: Die nun arbeitslosen Hafenarbeiter finden aber schnell eine neue Beschäftigung.
00:52:56: Auf dem Oldstorfer Friedhof müssen sie Gräber ausheben, allein am siebundzwanzigsten August werden dort mehr als vierhundert Menschen bestattet.
00:53:07: Eine Tafel an der Friedhofsgärtnerei erinnert noch heute, an die Männer, die so unvermutet zu Friedhofsgärtnern wurden.
00:53:16: Darauf kann man lesen... Hier waren jene Totengräber untergebracht, die im Spätsommer eighteenhundertseinundneunzig Tag und Nacht die Opfer der Kohleraepidemie auf der gegenüberliegenden Straßenseite bestattet haben.
00:53:38: In Erinnerung an jene Zeit entstand die nunmehr hundertjährige aber fast vergessene Bezeichnung schwarze Bude.
00:53:49: Der gesellschaftliche Verkehr kommt fast vollständig zum Erlegen.
00:53:54: Wer es sich leisten kann, verlässt die Stadt.
00:53:57: Das Bürgertum schickt Frauen und Kinder in das Hamburger Umland, Urlauber kehren nicht zurück, manche Wanderarbeiter kehren verfrüht nach Polen zurück.
00:54:07: Andererseits können sich jedoch viele Saisonarbeiter keine Flucht ohne Einkommensmöglichkeit leisten.
00:54:14: Sie bleiben – und müssen mit der Angst leben – der Nächste zu sein!
00:54:19: Auf einem Leichenwagen … Und in einem Sammelgrab.
00:54:24: Über den Herbst ebbt die Epidemie ab.
00:54:27: Mitte November wird Hamburg schließlich offiziell für cholerafrei erklärt, nach drei Monaten im Ausnahmezustand.
00:54:35: Achttausend sechshundertsechzehn Tote sind zu beklagen – das entspricht eins Komma Drei Prozent der Hamburger Einwohner!
00:54:46: Der Schock bleibt nicht folgenlos.
00:54:50: Auf der Elbinsel kalte Kofe entsteht eine großflächige Sandfilteranlage für das Hamburger Leitungswasser, die in Betrieb geht.
00:55:00: Zugleich wird das Kanalisationssystem ausgebaut und technisch verbessert.
00:55:06: Auch organisatorisch zieht die Stadt Konsequenzen.
00:55:10: Das öffentliche Gesundheitswesen wird neu geordnet.
00:55:14: So entsteht ein eigenständiges Hygiene-Wesen.
00:55:17: Ein Hafenarzt wird eingesetzt, um den internationalen Schiffsverkehr medizinisch zu überwachen.
00:55:24: Als Ausdruck der gestärkten ärztlichen Selbstorganisation konstituiert sich schon im Folgejahr die Hamburger Ärztekammer.
00:55:33: Und schließlich verändert sich auch das Stadtbild.
00:55:36: Die engen feuchten Gängeviertel Über Jahrzehnte gewachsende Arbeiterquartiere gelten nun als hygienisches Risiko.
00:55:46: In den folgenden Jahren werden viele dieser Quartiere schrittweise abgerissen oder grundlegend umgestaltet.
00:55:54: Allerdings gibt es auch einen handfesten, zweigten politischen Grund.
00:55:58: Diese Viertel gelten als Brutstätte für gesellschaftspolitische Protest und Aufrüratum.
00:56:06: Heute ist Kohlerer kein historisches Relikt!
00:56:10: Die Krankheit tritt weiterhin auf – vor allem dort wo sauberes Trinkwasser und funktionierende Abwassersysteme fehlen.
00:56:19: Besonders betroffen sind Regionen in Sub-Sahara Afrika, im Jemen, in Teilen Südasiens und nach Naturkatastrophen oder in Kriegsgebieten wenn die Infrastruktur zusammenbricht.
00:56:33: Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich mehrere Millionen Erkrankungen.
00:56:39: Die Sterblichkeit ist mit moderner Therapie jedoch drastisch gesunken.
00:56:44: Mit schneller Flüssigkeits- und Elektrolyzophur liegt sie meist unter einem Prozent.
00:56:50: Entscheidend ist nicht ein neues Medikament, sondern der Zugang zu sauberen Wasser-, Hygiene- und medizinischer Basisversorgung.
00:57:01: Kohlerer ist damit weniger ein medizinisches als ein strukturelles Problem.
00:57:07: Und was bleibt?
00:57:12: Wenn eine Krankheit auftaucht steht die Politik immer vor demselben Dilemma.
00:57:18: Handelt sie früh und sichtbar, riskiert sie wirtschaftliche Abschwünge, politische Irritationen – vielleicht Panik innerhalb der Bevölkerung – und irrationale Reaktionen?
00:57:30: Wartet Sie ab!
00:57:32: Hofft Sie auf Entwarnung!
00:57:34: Dann verliert sie im Zweifel wertvolle Zeit.
00:57:37: Zwischen solchen Schutz- und Stabilität liegt kein einfacher Weg.
00:57:42: Wir haben ja vor einigen Jahren selbst erlebt, wie schwer sich Staaten mit Transparenz, klarer Kommunikation und entschlossenem Handeln tun.
00:57:52: Nicht aus Kalkül – sondern aus Unsicherheit!
00:57:56: Aus Furcht vor Überreaktionen, aus Rücksicht auf Märkte, Wahlen und die öffentliche Stimmung.
00:58:02: Das Spannungsfeld ist geblieben.
00:58:05: Hamburg-Achzenhundertzehnundneunzig zeigt, wohin Zögern führen kann….
00:58:10: Nicht jede Verzögerung ist böser Wille, aber jede Verzeigerung hat Folgen.
00:58:17: Eine Epidemie verhandelt nicht – sie folgt biologischen Gesetzen und nicht politischem Wunschdenken.
00:58:25: Also sollte jeder Staat vorbereitet sein bevor die Krise kommt!
00:58:30: Er muss Strukturen schaffen, die im Ernstfall greifen, wissenschaftlich fundiert, organisatorisch klar und kommunikativ nachvollziehbar Und er muss in der Lage sein, Fachwissen nicht nur anzuhören sondern umzusetzen.
00:58:47: Die Cholera hat damals die Infrastruktur und politische Zuständigkeit Hamburgs verändert.
00:58:54: Der Preis dafür war allerdings sehr hoch!
00:58:58: Und man sieht ob wir aus solchen Erfahrungen lernen entscheidet sich nicht im Moment der Katastrophe Sondern lange davor.
00:59:12: Geschichten der Medizin, wo Vergangenheit Forschung und menschliche Schicksale aufeinandertreffen.
00:59:22: Ob weltbewegend oder ganz persönlich Die nächste Geschichte wartet schon.
00:59:29: Bis dahin bleibt gesund.
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